Die Jahreslosungen

Die Jahreslosung 2000

Wenn ihr mich von ganzem Herzen suchen werdet, so will ich mich von euch finden lassen. Jeremia 29,13.14

Wenn ihr mich von ganzem Herzen suchen werdet, so will ich mich von euch finden lassen.

Jeremia 29,13.14

Was verbindet den Text der Losung für das Jahr 2000 mit dem Glasbild des Künstlers Kees de Kort?
Der Text der Jahreslosung steht im Alten Testament bei dem Propheten Jeremia und das Bild hält aus dem Neuen Testament die Begegnung von Jesus und Zachäus fest. Der Losungstext ist ein Zitat aus dem Brief des Jeremia an die Glaubensbrüder und -schwestern, die als Gefangene nach Babylon deportiert wurden. Das Glasbild bezieht sich auf eine Begebenheit, die sich rund 600 Jahre spä̈ter in Jericho vollzog.
Jeremia wendet sich in alttestamentlicher Zeit brieflich an die vielen Menschen, die sich in der babylonischen Gefangenschaft verlassen, verloren und vergessen fühlen.
Der in Jerusalem verbliebene Prophet Jeremia schreibt einen langen Brief der Ermutigung mit Worten der Hoffnung für die Zeit, die vor ihnen liegt.
Habt keine Angst. Gebt euch nicht auf.
Baut Hä̈user und wohnt darin: legt Gärten an, ernährt euch von den Früchten.
Suchet der Stadt Bestes. Betet für sie zum Herrn.
Wenn es den Menschen dort gut geht, so geht es auch euch wohl.
Hütet euch vor den falschen Propheten und Wahrsagern. Hört nicht auf sie.
Suchet Gott von ganzem Herzen, dann wird er sich von euch finden lassen.
Suchet der Stadt Bestes! Suchet Gott von ganzem Herzen!

Zum einen wird das Gemeinwohl angesprochen. Keiner lebt für sich allein. Natürlich steht einem die Familie am nä̈chsten; doch mit den Nachbarn lebt man ebenso zusammen wie mit denen im eigenen Stadtteil. Was für alle gut ist, kommt einem selber auch zugute.
Zum anderen wird der Glaube an Gott genannt. Egal, wie es einem selber ergeht, in welcher guten oder schlechten Verfassung man sich fühlt, die Glaubensgewißheit, daß Gott einen trägt und auch hindurchträgt, darf nicht verlorengehen. Der Gott, der sich suchen läßt, ist nahe. Der nahe Gott schafft Gedanken des Friedens, des Friedens mit Gott, dem Nächsten und dem Fernen, dem Freund und dem vermeintlichen Feind.

Im Neuen Testament berichtet Lukas von dem in aller Öffentlichkeit geführten Gespräch zwischen Jesus und Zachäus.
Dieses Gespräch, das alle Umstehenden entrüstet mit anhören, gipfelt in der Aussage Jesu: der Menschensohn ist gekommen, zu suchen und selig zu machen, was verloren ist.
Dieser Satz ist die Kernaussage dieser Geschichte neben allen innerlichen Veränderungen, die das Gespräch mit Jesus bei Zachäus bewirken. Im Alten Testament läßt Gott Jeremia den Gefangenen in Babylon Worte der Hoffnung und Ermutigung schreiben.
Die Suche nach Gott setzt Eigeninitiative voraus.
Im Neuen Testament wird Zachäus zwar aktiv, um Jesus zumindest zu sehen, doch der eigentlich Handelnde bleibt Jesus, der Zachäus anspricht, mit seinem Namen anredet, das Heil zusagt, sich bei ihm einlädt, ihn als Sohn Abrahams bezeichnet und öffentlich den eigenen Auftrag benennt: zu suchen, was verloren ist. Durch das Bekenntnis Jesu ist die Aussage des Jeremia nicht aufgehoben.
Im weiteren Zusammenhang seines Briefes nach Babylon warnt Jeremia vor den falschen Propheten und Wahrsagern, die aus eigener Profitgier versuchen, Anhänger zu finden: sie nutzen das ernsthafte Suchen der Deportierten nach Trost bei Gott für sich aus, um Leichtgläubige in ihre Abhängigkeit zu führen.
Die falschen Propheten und Wahrsager sind es, die den von Gott in seiner Schöpfung gedachten Weg in die Freiheit für jeden Menschen verstellen. Sie führen ihre Anhänger in eine falsche Selbstbefreiung und selbstgefällige Rechtschaffenheit, die anderen ihren Glauben vorschreibt, der Freiheit beraubt, abhängig macht.

Jesus ist gekommen, zu suchen und an die Hand zu nehmen, was verloren ist, um das Reich Gottes mitten unter uns Wirklichkeit werden zu lassen. Die beiden Texte stehen nicht in widersprüchlicher Spannung zueinander.
Sie ergänzen sich, führen weiter.
Sie zeigen die Liebe Gottes zu seiner Schöpfung.
Uns bleibt bei unserer Suche nach Gott, ganz einfach Jesus nachzufolgen.

Gott sei Lob und Dank und Anbetung.

Motiv: Kichenfenster „Zachäus“ von Kees de Kort

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